Ich fotografiere seit 20 Jahren und seit ca. 1,5 Jahren betreibe ich das Hobby auch so ernsthaft wie es mir nur möglich ist. (you probably noticed 😉

Dazu gehört natürlich auch, dass ich mich zunehmend mit den dazugehörigen Medien, Diskussionen und Kanälen beschäftige und wundere mich schon wie viel himmelschreiender Schwachsinn allerorten weiterverbreitet wird. Und was macht man wenn man ranten und provozieren will? Man geht zu Twitter 😉

Hier nun meine kleine Liste Provokationen mit denen ich eigentlich mal Werbung dafür machen möchte sich nicht von den angeblich gesetzten Regeln davon abhalten zu lassen Spaß mit dem Medium zu haben…

Die oft angestrebte und gesuchte fotografische “Handschrift” ist einfach nur das Ergebnis von gezielter Auswahl und überbewertet.

Wer glaubt einen “Look” erreichen zu müssen und dafür krampfhaft Lightroom-Presets bemüht sollte sich ein Hobby suchen in dem sie/er mehr Spaß hat…

Der Spruch “Der Fotograf macht das Bild, nicht die Kamera” wird meist von Leuten abgesondert die eine Ausrüstung für tausende Euros im Regal liegen haben und ist Fotokalenderspruch-Nonsens.

Wenn Du in Deiner Familie als die Person gelten willst die “gute Fotos macht” ™, dann stelle sicher, dass man Dich mit einer richtigen Kamera sieht und mach ein paar Portraits bei denen der Hintergrund schön unscharf ist. Zack. Done. 🙂

“Ein Portrait ist dann authentisch wenn es etwas vom Wesen des Models zeigt.” ist allein schon deswegen Unsinn weil wir seit Freud wissen, dass wir sogar unfähig sind unser eigenes Wesen zu erfassen und das kennen wir immerhin “von innen”.

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Leute, die ernsthaft und professionell fotografieren haben keine Zeit um auf hyper-populären YouTube Kanälen stundenlang B-Roll ihrer Kaffekoch- und MitDemQuadDurchDieWüsteHeiz-Videos zu posten und man sollte sich auch keine ihrer Lightroom-Presets kaufen. Ja, ich schau Dich an, Peter.

90% der Bilder die angeblich eine Geschichte erzählen sind Schnappschüsse denen hinterher Bedeutung angedichtet wurde.

Wer glaubt die Drittelregel wäre wichtig glaubt auch Nutella schmeckt nur wenn es von links nach rechts aufgetragen wird…

Bilder brauchen Kontext. Das Bild, dass ohne selbigen auskommt und aus sich selbst heraus wirkt gibt es nicht und sei es nur dass es den kulturellen Background braucht um die Bildsprache lesen zu können.

Nur weil Dein Bild anderen Fotografen gefällt ist es noch nicht gelungen.

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Ein Bild wird erst zur Fotografie wenn es a) gedruckt wurde und b) ein Nicht-Fotograf es länger als 3 Sekunden mit Interesse betrachtet hat.

“Gute Fotografen arbeiten so, dass das Bild schon ‘in-Kamera’ perfekt ist” ist Code für “Ich habe keine Lust mich mit Bildbearbeitung zu beschäftigen und erkläre deswegen eine Not zur Tugend”

Ich hoffe wirklich dass all die Leute, die sich gerade die neueste Kamera kaufen und dafür 3000€ extra für 8K Videofähigkeiten investieren nur noch Videos machen. Das wird der Qualität der täglich veröffentlichten Bilder massiv helfen!

“Great shot” oder “Awesome!” auf Insta und Co heißt übersetzt so viel wie “Das Bild war belanglos, sah aber ganz nett aus und ich wollte kurz nett sein ohne mehr als 3 Sekunden einsetzen zu müssen.”

Wer glaubt Analogfotografie wäre nur was für Hipster hat weder die Fotografie noch die Hipster richtig verstanden.

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90% der ach wie künstlerischen Aktfotos braucht wirklich niemand.

Wenn Du glaubst zu den 10% zu gehören, Du ein Mann bist und Dein Model eine schlanke Frau ist – denk noch mal nach. 😉

“Ich bin Available-Light-Fotograf” = “Ich habe keine Ahnung wie Kunstlicht funktioniert und keine Lust mir das anzueignen.”