Ich erkenne ein Muster…

1839 – Als die Fotografie auf der Bildfläche erschien rümpften Maler die Nase. Das war keine Kunst, es war reine Technik die nicht vom Künstler erdachtes sondern von der Welt präsentiertes abbildete. Und überhaupt: Monochrome?! Die Welt war doch in Farbe! (merken für den übernächsten Absatz 😉 )

1884 – Als Rollfilm und Kompaktkameras auf der Bildfläche erschien rümpften die etablierten Fotografen ihre Nasen. Wo kämen wir denn da hin wenn Leute ohne Ahnung von den Prinzipien guter Fotografie plötzlich Bilder machten? Und dieser Rollfilm war natürlich längst nicht so hochwertig wie ein im Studie belichtetes Glasnegativ…

1912 – Der Farbfilm kam auf und war natürlich verglichen mit schwarz-weiß ordinär, vulgär, lud zum Überfrachten der Bildwelt ein und überhaupt konnte man doch eigentlich nur mit den bisher gebräuchlichen Monochrom-Filmen künstlerisch arbeiten.

1975 – Die erste Digitalkamera wurde von Kodak entwickelt. Würde sich so etwas durchsetzen? Niemals! Kodak verstaute die Idee der Digitalkamera im Giftschrank und machte noch weitere 25 Jahre Milliardenumsätze mit Film…

2010 – Digitalkameras setzen sich durch – der Profi fotografiert RAW. JPEG? Undenkbar! Das ist für Amateure… Außerdem muss es bitte schon Vollformat sein.

Und heute?

Der Profi fotografiert seine Fotografien so, dass die schon IN CAMERA passen. Bilder, die in der Bildbearbeitung drastisch verändert werden sind keine Fotografien sondern bestenfalls „content“ (Naserümpfgeräusch).

🙂

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