Der Blick aus meinem Fenster hier in Toronto ist spektakulär. Als wir hier auf Wohnungssuche gingen beschlossen wir auf zwei Aspekte hin zu optimieren: (1) zentrale Lage (Downtown, Waterfront, es geht nicht zentraler) und (2) Blick (21. Stock, Blick auf Lake Ontario in die eine und auf die Toronto Skyline in die andere Richtung)
Heute früh nun war dieser Blick aber nicht nur spektakulär, er war unerwartet beeindruckend. Die Sonne war aufgegangen und selbst mit bloßem Auge sah sie aus wie ein gigantischer im Himmel hängender roter Gummiball. Im RAW Konverter sieht das Ergebnis meiner OM-3 so aus:

Wer von euch mit der OM-3 vertraut ist weiß vielleicht, dass diese Kamera eine JPG Engine die sich vor den intensiv bewunderten JPG Fähigkeiten der Fuji Kameras nicht verstecken muss. Die Kamera hat sogar ein physikalisches Wahlrad um verschiedene Einstellungen zu wählen. Dieses Bild machte ich mit „Art 16 – Instant Film“ voreingestellt und so landete neben dem RAW File auch ein fertiges JPG auf der SD-Karte:

Ich mochte dieses Bild sehr. Mich störte allerdings der leicht geneigte Horizont und – fällt mir fast schon schwer es zuzugeben – das Bild war mir dann doch ein wenig „zu rot“. Und so griff ich zu Software. Photolab 9 ist mein Werkzeug der Wahl zur RAW-Entwicklung und gelegentlich nutze ich dann noch die dazugehörigen NIK Tools. Hier nun korrigierte ich den Horizont und Zuschnitt in Photolab und Color Efex half bei der Farbbearbeitung und dem „Entschärfen“ der Aufnahme.

Was ist nun mein Punkt? Tja. Eigentlich fing alles mit dem Gedanken an, dass ich ausnahmsweise mal ein Bild zeigen wollte. Weil dieses Bild aber ungewöhnlich poppig aussieht hatte ich ein Erklärbedürfnis und irgendwann kam ich dann bei dem Gedanken an euch alle drei Versionen (RAW-SOOC-Bearbeitet) zeigen zu wollen. Ich glaube dieser Tage haben wir als Menschen die sich für Fotografie begeistern oft einen Zielkonflikt zwischen der schieren Freude, den Ergebnissen die aus unseren Kameras fallen und was AI alles kann. Und dabei vergessen wir dann auch gerne mal wie großartig die Möglichkeiten sind die uns moderne Technik gibt wenn wir sie auf eine atemberaubende Welt richten… ganz ohne prompting. Und was es auch zeigt ist: Es gibt kein richtig oder falsch. Selbst das was ich mit bloßen Augen zu sehen glaubte wirkte unwirklich auf mich. Die Fotografien fangen dieses Gefühlt gut ein mit dem bearbeiteten Ergebnis tatsächlich auf das reduziert was ich empfand als ich aus dem Fenster blickte…

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