Schreiben ist wie Denken nur krasser.

Podcastfunk

Lesedauer 2 Minuten

Seit über 8 Jahren beschäftigt mich die Podcasterei. Mein ältester noch abrufbarer Podcast ist aus dem Jahr 2014 und insgesamt produzierte ich über die Jahre mehr als 1300 Podcastfolgen. Ich war Jurymitglied bei Podcastwettbewerben, Podcastpate, Regular im Sendegate, habe Trainings geleitet, neuen Podcaster:innen geholfen ihre ersten Sendungen ins Netz zu hieven, Portale gegründet und war auf eigene Rechnung in Los Angeles auf der größten Podcast Konferenz der Welt (Podcast Movement) um dort an einem Panel zu Podcast Aktivismus teilzunehmen. Man kann mich also mit Recht als Superfan des Mediums beschreiben.

Aber…

Seit einigen Monaten geht mir nun nach und nach die Lust aus. Zunächst dachte ich es wäre vielleicht eine Art COVID-Müdigkeit. Als dann noch der russische Angriff auf die Ukraine dazu kam, akzeptierte ich das als zusätzlichen Demotivator und erlaubte mir meine Frequenz zu verlängern. Aus wöchentlicher Veröffentlichung wurde 1-1.5 Monate. Aber die Wahrheit ist: Auch wenn COVID und Ukraine sicherlich beitragen ist das nicht der einzige Faktor. Eigentlich geht mir schon länger die Lust aus.

Zum Teil liegt es an der Richtung die das ganze Medium und die Community zu nehmen scheint. Immer mehr Hobbyprojekte verschwinden oder versuchen sich derzeit zu monetarisieren und passen ihre Inhalte entsprechend an. Immer mehr professionelle Podcasts drängen in die Catcher und etablieren hochglänzende aber flache und oft auch überproduzierte Inhalte mit Mass-Appeal, oft noch befeuert durch Plattform-Algorithmen. Immer mehr Inhalt stößt auf immer weniger echte Interaktion…

Ich glaube an die Macht von Regelmäßigkeit, gerne auch in Gestalt täglicher Routinen. Außerdem weiß ich aus Erfahrung, dass es sich in Rückschau oft lohnt Phasen der Demotivation zu überwinden und einfach trotzdem dran zu bleiben. Allerdings brachte mich ja meine Begeisterung fürs Medium und die dazugehörige Community zur Podcasterei und je mehr sich diese beiden ändern, umso mehr kommt mir auch diese Begeisterung abhanden.

Es hat bekanntlich alles seine Zeit… Ein paar Folgen habe ich noch im Köcher, aber die Frage rückt näher ob ich dieses „Podcastding“ nicht doch allmählich durchgespielt habe oder wenigstens mal ernsthaft pausieren möchte.

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